Überraschungen inklusive

Prokop nominiert den finalen Kader für die Handball Europameisterschaft 2018 in Kroatien

DHB Kader EHF Euro 2018 Kroatien ©imago | Sportfoto Rudel

Bundestrainer Christian Prokop hat den EM Kader vorgestellt. Seine Entscheidungen finden nicht nur Zustimmung.

Der Kader steht, mit einigen faustdicken Überraschungen! Nach den beiden Testspielen gegen Island hat Bundestrainer Christian Prokop mit Finn Lemke, Fabian Wiede und Rune Dahmke drei Europameister von 2016 aus dem EM-Aufgebot gestrichen. Außerdem darf Marian Michalczik nicht mit zur EM nach Kroatien fahren. Dafür sind mit Kreisläufer Bastian Roschek und Rückraumspieler Maximilian Janke überraschend zwei Spieler von Prokops ehemaligen Verein SC DHfK Leipzig im Kader. Die Nominierung hat unmittelbar nach der Bekanntgabe zum Teil heftige Reaktionen im Umfeld der Nationalmannschaft ausgelöst.

Bundestrainer Prokop war zunächst mit einem 28er Kader in die Vorbereitung gestartet und hatte diesen dann auf 20 Spieler reduziert. Bis dahin waren die Experten im Land mit den Entscheidungen weitestgehend einverstanden. Nun stoßen vor allem die Nicht-Berücksichtigung der beiden Europameister Finn Lemke und Fabian Wiede zum Teil auf erhebliches Unverständnis. "Wenn diese Entscheidungen nicht zum erhofften Erfolg führen, kann das natürlich für ihn zum Bumerang werden", sagte Stephan dem SID: "Viele verstehen diese Kaderplanung nicht so ganz."

Während die beiden Europameister mehrjährige Erfahrung im DHB Team aufweisen können, hatten die beiden Leipziger Spieler beide erst im ersten Testspiel gegen Island ihr Länderspiel-Debüt gefeiert. Janke war überhaupt nur durch die Schulterverletzung von Europameister Niclas Pieczkowski am 02.01. nachnominiert worden und so ins DHB-Team gerutscht.

Bei aller Aufregung muss jedoch eines berücksichtigt werden: Im Laufe der Europameisterschaft sind bis zu sechs Wechsel mit Spielern des erweiterten 28er-Kaders erlaubt, und zwar je zwei während der Vor- und Hauptrunde und zwei am Finalwochenende.

Man darf also gespannt sein, ob es im Verlauf des Turniers zu Anpassungen in der Mannschaft kommen wird. Prokop steht also noch ein Hintertürchen offen, um seine umstrittenen Entscheidungen möglicherweise zu korrigieren. Auf der anderen Seite könnte das verhindern, dass sich eine Mannschaft für das Turnier findet und wie 2016 bis zum Finale kontinuierlich steigert.

Deutschland startet am Samstag um 17:15 gegen Mazedonien ins Turnier. Prokops Entscheidung sind auf jeden Fall brisant. Er wird sich am Erfolg messen lassen müssen.

Der DHB-Kader für die EHF EURO 2018:

Tor: Silvio Heinevetter (Füchse Berlin), Andreas Wolff (THW Kiel)

Linksaußen: Uwe Gensheimer (Paris St. Germain HB/FRA)

Rückraum links: Maximilian Janke (SC DHfK Leipzig), Julius Kühn (MT Melsungen), Paul Drux (Füchse Berlin)

Rückraum Mitte: Steffen Fäth (Füchse Berlin), Philipp Weber (SC DHfK Leipzig)

Rückraum rechts: Kai Häfner (TSV Hannover Burgdorf), Steffen Weinhold (THW Kiel)

Rechtsaußen: Patrick Groetzki (Rhein-Neckar Löwen), Tobias Reichmann (MT Melsungen)

Kreis: Jannik Kohlbacher (HSG Wetzlar), Patrick Wiencek (THW Kiel), Hendrik Pekeler (Rhein-Neckar Löwen), Bastian Roschek (SC DHfK Leipzig)

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