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Projekt Titelverteidigung

Wer sind die Top Favoriten auf den EM-Titel?

Das DHB-Team zählt als amtierender Europameister zum Favoritenkreis. Doch die Rolle ist ungleich schwieriger als 2016.

Der Gastgeber der Handball-EM 2018 hat bereits alles gewonnen bis auf einen Titel: Handball-Europameister können sich die Kroaten bis jetzt nicht nennen. Doch das soll sich mit der Heim-EM 2018 ändern. 2008 und 2010 wurde Kroatien erst im Finale geschlagen, nun soll der große Triumph gelingen. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht. Die Mannschaft besitzt viel internationale Erfahrung und ist traditionell mit hochkarätigen Spielern gespickt, die ihr Geld im Ausland verdienen, auch in der Bundesliga: dazu zählen Domagoj Duvnjak und Ilija Brozović vom THW Kiel, Jakov Gojun und Krešimir Kozina von den Füchsen Berlin und nicht zu vergessen Luka Stepančić von Paris Saint-Germain HB. Dem Rückraumspieler Domagoj Duvnjak vom THW kommt im kroatischen Team sowohl im Angriff als auch in der Abwehr eine Schlüsselrolle zu. Mit Mirko Alilovic und Filip Ivic ist auch die Torwartposition top besetzt.

Die französische Mannschaft („Les Experts“) ist ebenfalls an der Spitze des Handballs fest etabliert. Die Franzosen gewannen sechs Weltmeisterschaften (1995, 2001, 2009, 2011, 2015 und 2017) – Rekord! Außerdem holten sie Olympisches Gold 2008 und 2012. Auch bei Handball- Europameisterschaften waren sie bereits drei Mal erfolgreich, nämlich 2006, 2010 und 2014. Der französische Kader wird dominiert von Spielern von Paris Saint-Germain HB und Montpellier HB findet aber auch Platz für Spieler in ausländischen Ligen wie Cédric Sorhaindo und Timothey N'Guessan vom FC Barcelona und Kentin Mahé von der SG Flensburg-Handewitt. Superstar der Mannschaft ist Nikola Karabatić Er spielt auf der linken Rückraumposition für Paris Saint- Germain HB. 2007, 2014 und 2016 wurde er zum Welthandballer gewählt und ist damit der alleinige Rekordhalter.

Wie immer bei großen internationalen Turnieren sind auch Spanien, mit seinem Top Star Alex Dujshebaev, wie die starken Skandinavier aus Dänemark und Schweden gute Titelchancen einzuräumen. Vor allem das schwedische Team mit der starken Achse Andreas Palicka, Mikael Appelgren und Jerry Tollbring von Rhein-Neckar Löwen schielt im Januar auf den Titel. Mit je vier Titeln bei Weltmeister- und Europameisterschaften verfügen auch die Schweden über viel internationale Erfahrung.

Den Bad Boys bleibt in der EM Vorrunde eine Hammergruppe erspart. Das deutsche Team trifft am 13. Januar zunächst auf Montenegro, muss dann am 15.01. gegen Slowenien und schließlich am 17.01. gegen Mazedonien antreten. Es hätten auch Olympiasieger Dänemark und Vize-Weltmeister Norwegen sein können, insofern kann die deutsche Mannschaft mit den zugelosten Gegnern durchaus zufrieden sein. Ein Aufeinandertreffen mit Kroatien, Frankreich und Spanien war von vornherein ausgeschlossen, da diese Mannschaften, genau wie Deutschland, in jeweils einer Gruppe gesetzt waren.

Da sich die ersten drei Teams jeder Gruppe für die Hauptrunde qualifizieren, hat Deutschland gute Chancen, die Vorrunde nicht nur zu überstehen, sondern sich auch für die Ausgangsposition in der Hauptrunde schadlos zu halten. Im Gegensatz zur gängigen Praxis im Fußball nehmen die qualifizierten Mannschaften die untereinander erzielten Ergebnisse in die Hauptrunde mit, wodurch der Vorrunde eine wichtige Rolle für den gesamten Turnierverlauf zukommt.

Im Erfolgsfall erwarten die deutsche Mannschaft in der Hauptkunde dann die schweren Gegner. Sie würde dann zwischen dem 19.01. und 24.01. auf die bestplatzierten der Gruppe D mit Spanien, Dänemark, Tschechien und Ungarn treffen.

Bis zur Titelverteidigung ist es ein weiter Weg, aber chancenlos ist das deutsche Team trotz der vergeigten Handball-Weltmeisterschaft 2017 nicht. Im Gegensatz zur EM 2016 können die Bad Boys im Januar auf Uwe Gensheimer zurückgreifen, dem wahrscheinlich aktuell besten Linksaußen der Welt. Der Ausnahmespieler von Paris Saint-Germain HB wird das deutsche Team als Kapitän anführen. Darüber hinaus wird im deutschen Team wieder vieles von den Torhüterleistungen abhängen. Andreas Wolf war 2016 der Garant für den EM Erfolg. In der Qualifikation zeigten er und Silvio Heinevetter wieder zum Teil überragende Leistungen. Für den Titel wird das Team wie 2016 über sich hinauswachsen müssen. Die Halbfinalspiele und das Finale finden dann am 26. und 28. Januar in Zagreb statt. Insgesamt kämpfen 16 Mannschaften um den Titel.Spätestens am 28. Januar werden wir wissen, ob es gelungen ist.

QUICK Facts Spieler

Domagoj Duvnjak

Körpergröße 1,92
Gewicht 145 kg
Heimverein THW Kiel
Nationalmannschaft Kroatien

Ilija Brozović

Körpergröße 2,54
Gewicht 55 kg
Heimverein THW Kiel
Nationalmannschaft Kroatien

Jakov Gojun

Körpergröße 1,54
Gewicht 108 kg
Heimverein Füchse Berlin
Nationalmannschaft Kroatien

Krešimir Kozina

Körpergröße 1,80
Gewicht 85 kg
Heimverein Füchse Berlin
Nationalmannschaft Kroatien

Luka Stepančić

Körpergröße 1,80
Gewicht 85 kg
Heimverein Paris St.-Germain
Nationalmannschaft Kroatien