Weltmeister: Uruguay

WM 1950 in Brasilien

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Das erste Turnier nach dem 2. Weltkrieg fand 1950 in Brasilien statt, das von den Auswirkungen des Kriegs weitestgehend verschont geblieben war und sich als einziges Land für die Austragung der WM beworben hatte.

Obwohl für das Turnier eine Qualifikation unter 34 Bewerbern stattgefunden hatte, fand die Endrunde in Brasilien schließlich nur mit 13 statt der geplanten 16 Teilnehmer statt. Zahlreiche Verbände verzichteten kurzfristig auf ihr Startrecht und es konnten auch keine Nachrücker gefunden werden.

Der Turniermodus sah eine Unterteilung in Vor- und Hauptrunde vor. Um nicht vom geplanten Spielmodus abzuweichen, wurden die Absager in den Gruppen schichtweg gestrichen, so dass in den vier Vorpuppen nur zwei Gruppen mit vier Teilnehmern vollständig waren, die dritte Gruppe nur aus drei und die vierte Gruppe sogar nur aus zwei Mannschaften bestand.

Brasilien war hochfavorisiert und die Euphorie im eigene Land schier grenzenlos. Die Spiele der Mannschaft fanden im Maracana statt, das zu dieser Zeit eine Kapazität von nahezu 200.000 Zuschauern aufnahm.

Erwartungsgemäß qualifizierte sich Brasilien für die Finalrunde und sah dort nach einem 7:1 über Schweden und einem 6:1 über Spanien bereits wie der sichere Weltmeister aus.

Im entscheidenden Spiel am 6. Juli 1950 in Rio de Janeiro zwischen Brasilien und Uruguay kam es jedoch zur handfesten Überraschung und zur brasilianischen Fußball Katastroph. Nachdem Brasilen zunächst mit 1:0 in Führung gegangen war, konnte Uruguay überraschend Mitte der 2. Halbzeit ausgleichen. Die völlig geschockten Brasilianer mussten dann kurz vor Schluss das 2:1 hinnehmen und waren geschlagen.

Die Niederlage bedeutete den absoluten Tiefpunkt des brasilianischen Fußballs. Aus Angst vor Ausschreitungen musste die Siegerehrung in den Katakomben des Stadions stattfinden. Die weißen Trikots, die die Mannschaft bis dahin getragen hatte, wurden daraufhin abgeschafft. Die vermeintlich Schuldigen der Niederlage, insbesondre der Torhüter Alcides Ghiggia wurden verachtet. Noch 1993 wurde ihm aus Aberglaube der Besuch eines Trainings der brasilianischen Mannschaft verwehrt. Noch heute sitzt der Stachel der Niederlage bei der Heim WM tief.

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