Fußball Rudelgucken - wo sind die größten Fanfeste zur WM?

Public Viewing Fußball WM 2018

Am schönsten ist es in der Menge - Public Viewing WM 2018
© ROBERT MICHAEL / AFP

Die Zeit der großen Public Viewing Events ist vorbei

 

Public Viewing - das große Fußball Freudenfest in der Masse - so machte Fußball Gucken Spaß! Aber behördliche Auflagen, der starke Wettbewerb durch Großbildleinwände in der Gastronomie und die späten Anstosszeiten machen die Durchführung von Public Viewing Events im Jahr 2018 wirtschaftlich fast unmöglich.

Was waren das für Zeiten: Deutschland ein Sommermärchen! Mit der Fußball WM 2006 im eigenen Land begann die Ära der großen Fanfeste in Deutschland. In allen großen Städten, aber auch auf dem Land, wurden Public Viewings auf Großbildleinwänden durchgeführt. Möglich machte dies der Preisverfall von LED-Wänden, deren Einsatz dadurch massentauglich wurde. Die Neuartigkeit der Public Viewing Events lockte wiederum viele Sponsoren an und so wurden diese Veranstaltungen trotz der schwierigen FIFA Lizenz-Bedingungen zum absoluten Publikums-Renner. 

Zwölf Jahre und drei Weltmeisterschaften später sieht sich das "Public Viewing" nicht nur der Bedrohung durch Terroranschläge und kaum noch erfüllbaren behördlichen Sicherheitsauflagen ausgesetzt, sondern konkurriert inzwischen mit unzähligen kleinen und mittelgroßen Veranstaltungen in der Gastronomie, die durch die Verbreitung von lichtstarken Videoprojektoren und riesigen Flatscreens möglich wurden und viel einfacher und kostengünstiger durchgeführt werden können.  

So werden sich die deutschen Fans bei der WM 2018 wohl auf viele Bildschirme in Kneipen, Cafes und Biergärten verteilen und erst beim anschließenden Auto-Korso wieder zum Gruppen-Hup-Konzert zusammenfinden, die richtigen Ergebnisse aus den Spielen der deutschen Mannschaft vorausgesetzt. 

Aber wenigstens auf ein Public Viewing kann sich Deutschland freuen: Zumindest die Fanmeile am Brandenburger Tor wird es wieder geben. Viele andere Städte haben bereits abgesagt, oder halten sich noch bedeckt.

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Public Viewing bis zum Abfiff

Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2018 wird es auch bei späten Anstoßzeiten wieder möglich sein, die Spiele auf Großleinwänden im Freien zu verfolgen. Der Bundesrat hat einer Verordnung zugestimmt, die während der Wettkämpfe Ausnahmen von den geltenden Lärmschutz-Regeln zulässt.

Das Kabinett hat nun für die Zeit der WM eine Verordnung beschlossen, die ermöglicht, ausnahmsweise den nächtlichen Lärmschutz zu lockern. Damit erweitert die Bundesregierung den Spielraum der Kommunen, Public Viewing auch für die Spiele zuzulassen, die erst nach 20 Uhr angepfiffen werden.

Die kommunalen Behörden entscheiden im Einzelfall, ob eine Ausnahme vorliegt. Hierbei geht es jeweils um die Abwägung zwischen dem öffentlichen Interesse an der Fernsehübertragung und dem Schutz betroffener Anwohner. Die Verordnung tritt am Tag nach der Verkündigung im Bundesgesetzblatt in Kraft und wird bis zum 31. Juni 2018 gelten.