Die Kritik am Veranstalter reißt nicht ab

Russland drohen Sanktionen bis hin zum WM Ausschluss

©AFP PHOTO / Movsumov

Systematisches Staatsdoping erschüttert auch den russischen Fußball. Dem Verband drohen harte Sanktionen durch die FIFA.

Der Doping Skandal des russischen Fußballs kann kurz vor der Gruppenauslosung am 01. Dezember eine empfindliche Strafe bis hin zum Turnierausschluss zur Folge haben. Die britische Daily Mail berichtete zuletzt, dass die FIFA intensive Untersuchungen anstellen möchte, um den Dopingvorfällen im russischen Fußball nachzugehen. Dabei spielt die Mithilfe des Dopingkronzeugens Grigorij Rodtschenkow eine wichtige Rolle, der den ehemaligen Sport- und Vize-Premierminister Witali Mutko der Beihilfe bezichtigt. Da Präsident Wladimir Putin sich bereits hinter Mutko gestellt und ihm sein Vertrauen ausgesprochen hat, gilt der WM Ausschluss Russlands allerdings als unwahrscheinlich.

++++++  UPDATE 24.05.2018 +++++++

Die FIFA hat nach eigenen Angaben keine positiven Dopingfunde bei russischen Spielern aus dem WM Kader festgestellt. Die ARD hatte über auffällige Proben unter Russlands WM-Spielern aus dem 35-köpfigen erweiterten WM Kader des russischen  Nationaltrainers Stanislaw Tschertschessow berichtet. Gegen verschiedene Spieler, die nicht für die WM nominiert wurden, laufen hingegen noch Untersuchungen, die mit Unterstützung der Welt-Antidopingagentur durchgeführt werden. Damit sind die anhaltenden Dopingvorwürfe gegen das russische Team kurz vor dem Beginn der Weltmeisterschaft und dem Eröffnungsspiel mit der russischen Mannschaft zumindest offiziell vom Tisch. 

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Das staatlich organisierte Doping in Russland hatte bereits den Ausschluss zahlreicher russischer Athleten an den Olympischen Spielen 2016 zur Folge. Der sogenannte McLaren-Report enthüllte auch Dopingvergehen im russischen Fußball. Demnach soll der gesamte russische Kader für die Fußball WM 2014 in Brasilien von Doping profitiert haben. Zudem kam es dem Report nach zu Unregelmäßigkeiten bei den Urinproben von russischen Spielern im Rahmen des Confed Cups 2017.

Die Kritik an der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 an Russland bricht nicht ab. Bei den Wahlen am 2. Dezember 2010 bei der FIFA in Zürich hatte sich Russland unter anderem gegen die Bewerbungen von Spanien/ Portugal, Niederlande/ Belgien und England durchsetzen können. Bis heute halten sich Bestechungsvorwürfe um die Vergabe der Weltmeisterschaften sowohl an Russland 2018 als auch an Katar 2022. Die Veröffentlichung des sogenannten Garcia-Berichts des damaligen FIFA-Chefermittlers Michael J. Garcia konnte in diesem Sommer pikante Details der Korruptionsaffäre offenbaren.

Im Frühjahr 2014 wurden Boykottaufrufe laut, hervorgerufen durch die Annexion der Krim durch Russland. Mehrere deutsche Bundestagsabgeordnete übten massive Kritik an der Vergabe der Weltmeisterschaft an Russland, jedoch im Ergebnis ohne Folgen. Der FIFA erklärte, am Ausrichter Russland festhalten zu wollen.

Nicht zuletzt wurden auch die Zustände auf den russischen WM Baustellen zum Bau oder zur Renovierung der WM Stadien massiv verurteilt, von einigen internationalen Organisationen gar als moderne Form der Sklaverei bezeichnet. Zu den Vorwürfen zählen insbesondre Sicherheitsmängel wie fehlende Schutzausrüstung und ungesicherte Baugerüste. Nach verschiedenen Medienberichten haben Sicherheitsmängel auf den WM-Baustellen zu wenigstens zwölf bis 15 tödlichen Unfällen geführt. In den Behausungen müssen viele Arbeiter ohne fließend Wasser, Heizung und sanitäre Anlagen auskommen.  Löhne würden nicht, oder nicht regelmäßig bezahlt.

Die WM Stadien sind inzwischen alle fertiggestellt und in Betrieb. Und so wird allen Kritikern zum Trotz die 21. Fußball Weltmeisterschaft vom 14. Juni 2018 bis zum 15. Juli 2018 planmäßig in Russland stattfinden.

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