Weltmeister: Deutschland

WM 1990 in Italien

©AFP PHOTO | SVEN SIMON

Bei der 14. Fußball Weltmeisterschaft in Italien trat zum ersten Mal das wiedervereinigte Deutschland an, das sich allerdings nur durch einen knappen 2:1 Sieg im letzten Qualifikationsspiel gegen Wales hatte qualifizieren können.

Insgesamt spielten bei der WM 1990 wie im Vorjahr 24 Mannschaften zunächst in sechs Vorgruppen, um sich für das Achtelfinale und den Beginn der K.O.-Runde zu qualifizieren.

Die Überraschungsmannschaften der Vorrunde wurden Kolumbien mit den Kultfiguren Valderama und Higuita und Kamerun, die im Achtelfinale dann direkt aufeinander trafen. Der Sieger Kamerun schaffte es daraus als absoluter Exot ins Viertelfinale einzuziehen, wo es sich erst nach Verlängerung der Mannschaft aus England geschlagen geben musste.

Höhepunkt der Achtelfinalpaarungen war das von starker Rivalität geprägte Duell zwischen Deutschland und der Niederlande, der Neuauflage des EM Halbfinales von 1988. Deutschland war stark ins Turnier gestartet und hatte sich unter der Führung eines überragenden Lothar Matthäus zu einem Top Favoriten auf den WM Titel gemausert. Legendär wurde in diesem Spiel ein doppelter Platzverweis. Rudi Völler wurde von Frank Rijkaard angespuckt, wurde aber genauso wie Frank Rijkaard mit einer Roten Karte vom Feld gestellt wurde. Beim Verlassen des Feldes wiederholte Frank Rijkaard die Unsportlichkeit und bespuckte Völler abermals. Die hitzige Partie wurde schließlich durch ein Tor des überragenden Jürgen Klinsmann zum zwischenzeitlichen 2:0 entschieden. Am Ende siegte Deutschland 2:1 und zog ins Viertelfinale ein.

In den Viertelfinalpartien konnten sich alle Favoriten durchsetzen, so dass im Halbfinale mit Argentiniern gegen Italien und England gegen Deutschland die vier Top Aspiranten auf den Titel direkt aufeinandertrafen. Beide Halbfinalspiele wurden erst im Elfmeterschießen entschieden. „Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball nach, und am Ende gewinnen immer die Deutschen." Gary Linneker beschrieb damit das Gefühl seiner traurigen Nation nach dem Aus gegen Deutschland. Im anderen Spiel warfen die Argentinier, die während des gesamten Turnieres nicht richtig überzeugen konnten, den enttäuschten Gastgeber Italien aus dem Turnier. Die spielerisch enttäuschenden und defensiv eingestellten Argentinier provozierten dabei die Entscheidung im Elfmeterschießen, in dem sie sich auf ihren Elfmeterkiller Goycochea verlassen konnten.

So stand Deutschland zum dritten Mal in Folge in einem WM Endspiel und traf dort zum zweiten Mal nacheinander auf Argentinien. Im Gegensatz zur WM 1986 lief Maradona seiner Form verletzungsbedingt hinterher, konnte sich während des gesamten Turnieres nicht richtig entfalten und wurde im Finale von Guido Buchwald in Manndeckung und dadurch nahezu komplett aus dem Spiel genommen. Die deutliche überlegene deutsche Mannschaft erspielte sich viele Torchancen, konnte aber erst durch einen umstrittenen Elfmeter das entscheidende Tor zum 1:0 durch Andreas Brehme erzielen. Die Revanche für Mexiko war gelungen und Deutschland wurde in Rom zum dritten Mal Weltmeister.

Der Weg von Deutschland

Gruppe D    
Deutschland 4:1 Jugoslawien
Deutschland 5:! Vereinigte Arabische Emirate
Deutschland 1:1 Kolumbien
1/8 Finale    
Deutschland 2:1 Niederlande
1/4 Finale    
Deutschland 1:0 Tschecheslowakei
1/2 Finale    
Deutschland 1:1
4:3 n. Elf.
England
Finale    
Deutschland 1:0 Argentinien
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