Weltmeister: Argentinien

WM 1986 in Mexico

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Die 13. Fußball Weltmeisterschaft in Mexiko hätte eigentlich in Kolumbien stattfinden sollen.

Nach der Aufstockung von 16 auf 24 Mannschaften sah sich der kolumbianische Fußballverband aber aus organisatorischen Gründen außerstande die WM durchzuführen und so wurde die Austragung nach 1970 zum zweiten Mal nach Mexiko verlegt.

Der Spielmodus sah eine Gruppenphase aus sechs Gruppen mit vier Mannschaften vor, aus denen sich die Gruppenersten und –zweiten, sowie die vier besten Gruppendritten für das Achtelfinale qualifizierten. Somit sollten in der Gruppenphase nur 8 von 24 Mannschaften ausscheiden. Überraschungen blieben in diesem System weitestgehend aus, so dass die WM erst mit dem Beginn der K.-O.-Phase im Achtelfinale richtig an Fahrt aufnahm.

Der deutsche Fußball befand sich in einer tiefen Krise, die ihren Tiefpunkt mit dem frühen Ausscheiden bei der EM 1984 gefunden hatte. 1985 hatte Franz Beckenbauer die Leitung der Mannschaft in einer Art Rettungstat in der extra dafür erfundenen Funktion des „Teamchefs“ übernommen, da er über keinen offiziellen Trainerschein verfügte. Die überalterte Mannschaft, die zudem mit mehreren verletzten Spielern angereist war, kam aber auch in Mexiko nur schwer in Gang. Sie erreichte jedoch das Achtelfinale, ohne spielerisch zu überzeugen. Überzeugen konnte hingegen ein 25-jähriger Spieler aus Argentinien, dessen Name untrennbar mit der Fußball WM 1986 verbunden ist: Diego Armando Maradona. Dieser Ausnahmespieler auf dem Höhepunkt seiner Karriere wurde der Spieler des Turniers, entschied Spiele nahezu im Alleingang und erzielte selber fünf Treffer, wovon eins zum WM Treffer des Jahrhunderts gewählt wurde.

Spektakulär wurde das Turnier mit dem Beginn der Viertelfinalspiele, von denen insgesamt drei im Elfmeterschießen entschieden wurden. Das Viertelfinalspiel zwischen Frankreich und Brasilien zählt zu den besten Weltmeisterschaftsspielen aller Zeiten. Ballkünstler begeisterten auf beiden Seiten in einem extrem temporeichen Spiel auf technisch allerhöchstem Niveau. Am Ende waren die Franzosen die glücklichere Mannschaft und stürzten die Brasilianer in eine tiefe Depression. Glücklich war auch die deutsche Mannschaft, die den Gastgeber aus Mexiko nach einem glanzlosen Spiel mit 4:1 ebenfalls nach Elfmeterschießen aus dem Turnier warf. Weiter rückten Belgien (ebenfalls nach Elfmeterschießen gegen Spanien) und Argentinien mit einem 2:1 über England ins Halbfinale vor. Dieses Spiel wurde von Maradona innerhalb von drei Minuten entschieden. Der Treffer zum 1:0, durch ein klares Handspiel von Maradona erzielt, ging als Tor durch „die Hand Gottes“ in die Geschichte ein. Das anschließende 2:0 fiel nach einem Solo Maradonas über 60m, bei dem er die gesamte englische Mannschaft einschließlich des Torwarts ausspielte.

Nach einer deutlichen Leistungssteigerung besiegte die deutsche Mannschaft Frankreich im Halbfinale überraschend mit 2:0 und traf so im Finale auf Argentinien, das Belgien durch zwei weitere Tore von Maradona ebenfalls mit 2:0 geschlagen hatte. Im Finale bestätigte Deutschland den Mythos, eine „Turniermannschaft“ zu sein. Nach einem 0:2 Rückstand kämpfte sich die Mannschaft zurück und konnte in der 74. Minute nach dem Anschlusstreffer von Karl-Heinz Rummenigge tatsächlich kurz darauf in der 83. Minute durch Rudi Völler ausgleichen. Den Sieg vor Augen warf die deutsche Mannschaft nun alles nach vorne und wurde dafür prompt in der 87. Minute mit dem 2:3, mit einem Konter eingeleitet über einen genialen Pass von Maradona, bestraft. Argentinien mit seinem Superstar Maradona war der verdiente Weltmeister.

Der Weg von Deutschland

Gruppe E    
Uruguay 1:1 Deutschland
Deutschland 2:1 Schottland
Dänemark 2:0 Deutschland
1/8 Finale    
Marokko 0:1 Deutschland
1/4 Finale    
Deutschland 0:0
4:1 n. Elf.
Mexiko
1/2 Finale    
Frankreich 0:2 Deutschland
Finale    
Argentinien 3:2 Deutschland
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