Weltmeister: Italien

WM 1982 in Spanien

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Erstmals wurde die Endrunde der Fußball Weltmeisterschaft unter 24 Teilnehmern ausgespielt, die sich aus 107 Bewerbern qualifiziert hatten.

Wie in den Jahren zuvor wurde die WM in Spanien zunächst in zwei Gruppenphasen ausgespielt. Aufgrund der höheren Teilnehmerzahl wurden in der 2. Gruppenphase jedoch vier statt zwei Gruppen gebildet, so dass die Gruppensieger nicht direkt ins Finale, sondern zunächst ins Halbfinale einzogen.

In der ersten Runde wurde die Gruppe der bundesdeutschen Mannschaft durch die „Schande von Gijon“ (auch „Nichtangriffspakt von Gijon genannt) entschieden. Nach einem Fehlstart gegen Algerien (1:2) und einem überzeugenden 4:1 über Chile traf Deutschland im letzten Gruppenspiel auf Österreich. Die beiden anderen Gruppengegner Algerien und Chile hatten bereits am Vortag gegeneinander gespielt und Algerien stand nach einem 3:2 Sieg mit 4:2 Punkten auf Platz 1 der Tabelle. Aufgrund der Tabellensituation ergab sich, dass Deutschland zur Qualifikation für die 2. Gruppenrunde das Spiel gewinnen musste und Österreich mit höchsten 2 Toren Abstand verlieren durfte, um sich ebenfalls für die nächste Runde zu qualifizieren. So kam es, dass nach einem Tor von Horst Hrubesch in der 11. Minute beide Mannschaften die Angriffsbemühungen komplett einstellten und sich den Ball unter lautem Protest der Zuschauer in absurder Art und Weise bis zum Abpfiff kampflos zuschoben. Mit dem Abpfiff waren beide Teams für die nächste Runde qualifiziert und Algerien ausgeschieden.

Eine weitere Kuriosität Spiel fand im Vorrundenspiel Frankreich gegen Kuwait statt. Nach Frankreichs Treffer zum vermeintlichen Zwischenstand von 4:1 stürmte der kuwaitische Scheich Fahid al-Ahmad as-Sabah das Spielfeld und drohte mit Spielabbruch, da seine Mannschaft durch den Pfiff eines Zuschauers irritiert worden sei. Nach langen Diskussionen wurde der Treffer tatsächlich aberkannt. Frankreich siegte am Ende dennoch mit 4:1, der Schiedsrichter wurde am darauffolgenden Tag suspendiert und der kuweitische Fußballverband mit einer Geldstrafe belegt.

Die zweite Gruppenrunde brachte überwiegend taktisch geprägte und wenig interessante Spiele hervor, weshalb der Spielmodus von Spanien im Nachgang stark kritisiert wurde und die zweite Gruppenrunde seitdem bei keiner Weltmeisterschaft mehr durchgeführt wurde. Lediglich die italienische Mannschaft konnte in dieser Runde überzeugen und warf Argentinien und Brasilien aus dem Wettbewerb. Der Stürmer Paolo Rossi entwickelte sich darüber zum Superstar der WM. Für die Halbfinalspiele qualifizierten sich schließlich Italien und Polen, sowie Frankreich und Deutschland.

Im Halbfinale konnten die Italiener ihren Siegeszug fortsetzen und besiegten Polen durch zwei weitere Tore von Paolo Rossi mit 2:0. Das zweite Halbfinale zwischen Frankreich und Deutschland, die sogenannte „Nacht von Sevilla“ entwickelte sich zu einem der spannendsten Fußballspiele aller Zeiten und war das erste Spiel bei einer Fußball-Weltmeisterschaft, das im Elfmeterschießen entschieden wurde. Nach einem 1:1 ging das Spiel in die Verlängerung, in der Deutschland schnell mit 1:3 in Rückstand geriet. Noch vor der Pause konnte allerdings der verletzt eingewechselte Karl-Heinz Rummenigge auf 2:3 verkürzen, bevor Klaus Fischer noch per Fallrückzieher den 3:3 Ausgleich markieren konnte. Auch im anschließenden Elfmeterschießen gerieten die Deutschen durch einen Fehlschuss von Uli Stielike zunächst in Rückstand, konnten am Ende aber durch zwei parierte Elfmeter von Toni Schumacher das Spiel wenden und mit dem letzten verwandelten Elfmeter von Horst Hrubesch mit 8:7 nach Elfmeterschießen ins Finale einziehen. Überschattet wurde das Spiel von einem brutalen Foul von Toni Schumacher an Patrick Battiston, bei dem der französische Spieler zwei Zähne verlor und mit Wirbelverletzungen und einer Gehirnerschütterung ausgewechselt werden musste.

Im WM Finale 1982 standen sich Deutschland und Italien gegenüber. Nachdem Deutschland das Spiel in der ersten Hälfte offen gestalten konnte, geriet das Team durch ein Tor von Paolo Rossi in der 57. Minute in Rückstand. Die Mannschaft musste nun dem schweren Halbfinalspiel gegens Frankreich kräftemäßig Tribut zollen und war nicht mehr in der Lage, den Rückstand aufzuholen. Am Ende siegte Italien mit 3:1 und war damit, obwohl die Mannschaft in der ersten Gruppenrunde kein einziges Spiel gewonnen hatte, zum 3. Mal in der Geschichte Weltmeister.

Der Weg von Deutschland

Gruppe E    
Deutschland 1:2 Algerien
Deutschland 4:1 Chile
Deutschland 1:0 Österreich
1/8 Finale    
Deutschland 0:0 England
1/4 Finale    
Deutschland 2:1 Spanien
1/2 Finale    
Deutschland 3:3
5:4 n. Elf.
Frankreich
Finale    
Italien 3:1 Deutschland
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