Weltmeister: Argentinien

WM 1978 in Argentinien

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Die Fußball Weltmeisterschaft in Argentinien stand unter dem Einfluss der argentinischen Militärdiktatur. 

In Deutschland wurde im Vorfeld ein Boykott erwogen, aber man entschloss ich schließlich doch zur Teilnahme. Der Spielmodus der WM 1974 blieb unverändert. Es wurden wieder zwei Gruppenphasen unter 16 Teilnehmern ausgespielt. Die Spielpaarungen wurden dabei teilweise nach wirtschaftlichen Interessen vorgegeben. Bereits in der ersten Gruppenphase konnte der amtierende Weltmeister aus Deutschland nicht überzeugen und sich nur mit einigen Schwierigkeiten als Gruppenzweiter qualifizieren. Auch die favorisierten Brasilianer taten sich zunächst schwer und mussten den Gruppensieg der Mannschaft aus Österreich überlassen, genau wie Gastgeber Argentinien, das bereits vorzeitig qualifiziert das letzte Gruppenspiel gegen Italien verlor, und sich so die Gruppe hinter Italien ebenfalls als Zweiter abschloss.

In der zweiten Gruppenphase hatte die Mannschaft aus Deutschland nach mäßigen Leistungen die Aussicht auf die Finalteilnahme bereits durch zwei Unentschieden gegen Italien und die Niederlande nahezu verspielt, als sie im dritten Spiel auf das Team aus Österreich traf. Nur ein hoher Sieg hätte bei einer gleichzeitigen Niederlage der Niederländer in ihrem letzten Spiel noch zum Finaleinzug gereicht. Was folgte ging jedoch als die „Schmach von Cordoba“ in die deutsche Fußballgeschichte ein. Das späte Tor von Hans Krankl in der 87. Minute besiegelte den 3:2 Sieg der Österreicher und das WM Aus des Titelverteidigers. In Österreich wurde der Sieg über Jahrzehnte als „Wunder von Cordoba“ gefeiert, obwohl die Mannschaft trotz des Siegs ebenfalls aus dem Turnier ausschied. Gruppensieger wurden die Niederlande und zogen zum 2. Mal hintereinander ins Finale ein.

In der anderen Gruppe lieferten sich Brasilien und der Gastgeber aus Argentinien ein Duell um den Gruppensieg und den Einzug ins Finale. Der direkte Vergleich der beiden Mannschaften endete 0:0, nach einem 3:0 über Peru und einem 3:1 über Polen hatte Brasilien scheinbar die bessere Ausgangslage. Das letzte Gruppenspiel Argentiniens gegen Peru wurde unter mysteriösen verschoben und startete erst nachdem das letzte Spiel der Brasilianer beendet war. So konnten sich die Argentinier genau ausrechnen, dass sie zum Einzug ins Finale einen Sieg mit mindestens 4 Toren Unterschied benötigten. Das Team aus Peru verteidigte sich bis zur 75. Minute stark und hielt einen 0:2 Rückstand, bis der Widerstand aus heiterem Himmel zusammenbrach und die Mannschaft Perus das Spiel nahezu kampflos herschenkte. So erzielte Argentinien in der letzten Viertelstunde die benötigten Treffer, siegte am Ende 6:0 und zog ins Finale ein. Die Manipulationsvorwürfe um die Umstände des Finaleinzugs halten sich noch bis heute.

Auch im Finale kam es zu Unsportlichkeiten, als die niederländische Mannschaft durch zwei Manöver in ihrer Konzentration und Vorbereitung gestört wurden. Zunächst wurde der Spielerbus aufgehalten, dann wurde eine Diskussion um die Spielberechtigung der niederländischen Spielers van de Kerkhof angezettelt, der bereits fünf Spiele mit einem unverpackten Gipsverband gespielt hatte, der nun aber nicht mehr zulässig sein sollte. Van Kerhof wurde zu Beginn des Spiels vom Schiedsrichter des Feldes verwiesen, woraufhin Trainer Ernst Happel aus Protest die gesamte Mannschaft in die Kabine zurückrief. Das Spiel wurde unterbrochen, van de Kerhof durfte schließlich mit einer weichen Manschette spielen und das Spiel wurde fortgesetzt. Nach einem 1:1 nach der regulären Spielzeit siegten die Argentinier rund um ihren Star Mario Kempes mit 3:1 und waren Weltmeister. Eine skandalträchtige WM unter schwierigsten politischen Einflüssen hatte ihren vorbestimmten Sieger bekommen.

Der Weg von Deutschland

Gruppe 2    
Deutschland 0:0 Polen
Deutschland 6:0 Mexiko
Deutschland 0:0 Tunesien
Gruppe A    
Deutschland 0:0 Italien
Deutschland 2:2 Niederlande
Österreich 3:2 Deutschland
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