Weltmeister: Deutschland

WM 1974 in Deutschland

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Nach mehrmaligen erfolglosen Bewerbungen fand die Endrunde der Fußball Weltmeisterschaft 1974 erstmalig in Deutschland statt.

Zusammen mit der Vergabe der Olympischen Spiele 1972 nach München stellte dies den entscheidenden Durchbruch der deutschen Sportdiplomatie in der Nachkriegszeit dar. Den unterlegenen Bewerbern Argentinien und Spanien wurde die Ausrichtung der Weltmeisterschaften 1978 und 1982 zugesprochen.

Nachdem die Trophäe „Coupe Jules Rimet“ mit der WM 1970 in den Besitz Brasiliens übergangen war, wurde 1974 ein neuer WM Pokal entworfen, der bis heute Bestand hat. Dieser Pokal bleibt immer im Besitz der FIFA und kann von den teilnehmenden Mannschaften nicht mehr gewonnen werden. Der Weltmeister erhält nach der Siegerehrung eine Replik und muss den Pokal vor der Abreise an die FIFA zurückgegeben.

Wie bei den vergangenen Weltmeisterschaften gingen 16 Mannschaften an den Start. Im Gegensatz zu den Vorjahren wurde jedoch anstelle der K-O Runde eine zweite Gruppenphase gespielt, aus der die Finalisten und Teilnehmer des Spiels um Platz 3 direkt hervorgingen. Bei der Auslosung der 1. Gruppenrunde kam es zur Sensation: Der als Gastgeber gesetzten Bundesrepublik Deutschland wurde die DDR als Gruppengegner zugelost, so dass es bei der Fußball Weltmeisterschaft in Deutschland zum 1. deutsch-deutschen Duell kam. Es sollte das einzige Duell der beiden deutschen Mannschaften bleiben, das jemals ausgetragen wurde.

Das Spiel endete mit einer faustdicken Überraschung: die hochfavorisierte bundesdeutsche Mannschaft unterlag der DDR mit 0:1, das Tor von Jürgen Sparwaaser ging in die Geschichte ein. Beide deutsche Mannschaften konnten sich aber für die 2. Gruppenrunde qualifizieren. War die bundesdeutsche Mannschaft bis dahin schlecht ins Turnier gekommen, stellte die Niederlage gegen die DDR einen Wendepunkt dar: die legendäre Ansprache von Franz Beckenbauer in der „Nacht von Malente“ formte aus der Mannschaft eine Einheit.

Die bundesdeutsche Mannschaft konnte sich deutlich steigern und zog über die „Wasserschlacht von Frankfurt“ mit einem 1:0 gegen Polen ins Finale ein. In der anderen Gruppe hatten sich die Niederlande gegen die favorisierten Brasilianer durchgesetzt.

So standen sich im Finale Deutschland und die Niederlande gegenüber, mit ihnen die beiden großen Stars des Turniers Johann Cruyff und Franz Beckenbauer. Durch einen frühen Foulelfmeter gingen die Niederländer bereits in der 2. Minute in Führung. Paul Breitner konnte ebenfalls per Strafstoß ausgleichen, bevor Gerd Müller in der 42. Minute aus stark bedrängter Position in seiner typischen Art den 2:1 Führungstreffer markieren konnte. In der 2. Halbzeit folgte eine Abwehrschlacht der deutschen Mannschaft, in der die Niederländer keinen Treffer mehr erzielen konnten. Deutschland war zum 2. Mal Fußball Weltmeister.

Der Weg von Deutschland

Gruppe 1    
Deutschland 1:0 Chile
Australien 0:3 Deutschland
DDR 4:2 Deutschland
Gruppe B    
Jugoslawien 0:2 Deutschland
Deutschland 4:2 Schweden
Polen 0:1 Deutschland
Finale    
Niederlande 1:2 Deutschland
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