Weltmeister: England

WM 1966 in England

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Vier Jahre nach der enttäuschenden Fußball Weltmeisterschaft in Chile fand die achte Ausspielung der Fußball WM im „Mutterland des Fußballs“ in England statt, das zudem mit „100 Jahre Fußball“ ein großes Jubiläum feierte.

Deutschland konnte sich in der Qualifikation nur mit Mühe durchsetzen und war dadurch bei der Gruppenauslosung in der Vorrunde nicht gesetzt, sondern wurde in Topf 2 zugelost. Der Spielmodus blieb im Vergleich zu den vorangegangenen Turnieren unverändert, so dass zunächst 16 Mannschaften in vier Gruppen die Teilnahme am Viertelfinale, und anschließend die Finalrunde ab dem Viertelfinale im K.-O.-System ausspielten.

Aufgrund veränderter Spielsysteme (4:3:3 und 4:2:4) wurde wieder deutlich attraktiverer Fußball gespielt. Die weiter defensiv und häufig unfair agierenden Mannschaften aus Südamerika konnten sich gegen den neuen Offensivfußball aus Europa nicht mehr durchsetzen und schieden bereits früh aus dem Turnier aus. Mit frischem Angriffsfußball konnte besonderes die Mannschaft Portugals überzeugen, aus der Eusebio als Anführer der Mannschaft herausragte. Er wurde nicht nur Torschützenkönig des Turniers, sondern erzielte alleine im Viertelfinale gegen Nordkorea, einem der dramatischten Spiele aller Fußball Weltmeisterschaften, vier Tore und drehte mit seiner Mannschaft so einen scheinbar uneinholbaren 0:3 Rückstand in einen 5:3 Triumph.

In der deutschen Mannschaft machte der junge Franz Beckenbauer auf sich aufmerksam. Er interpretierte die Position des Liberos völlig neu und wurde als Abwehrspieler mit insgesamt vier Treffern ebenfalls einer der Top Torschützen des Turniers.

In den rein europäischen Halbfinalspielen konnten sich Deutschland gegen die Sowjetunion und England gegen Portugal jeweils mit 2:1 durchsetzen und so trafen die beiden Mannschaften aus England und Deutschland im legendären Finale in Wembley am 30.06.1966 aufeinander.

Das Spiel wurde in der Verlängerung durch das umstrittenste Tor der Fußball Geschichte, das legendäre „Wembley-Tor“, entschieden. Nach einem spannenden Spiel und einem 2:2 Spielstand nach der regulären Spielzeit ging das Finale in die Verlängerung. In der 101. Minute schoss der Engländer Hurst den Ball an die Unterkante der Latte, von wo aus er senkrecht nach unten abprallte und anschließend von deutschen Abwehrspieler Weber ins Toraus geköpft wurde. Bis heute wird diskutiert, ob der Ball die Torlinie tatsächlich in vollem Umfang überschritten hatte, oder nicht.

Der Schweizer Schiedsrichter Gottfried Dienst entschied jedoch nach Rücksprache mit Linienrichter Tofiq Bəhramov auf Tor. Der Widerstand der deutschen Mannschaft brach aufgrund dieser dramatischen Entscheidung zusammen und das Spiel war entschieden. Kurz vor Schluss konnte England noch auf 4:2 erhöhen und wurde so zum ersten und bisher einzigen Mal Fußball-Weltmeister.

Der Weg von Deutschland

Gruppe 2    
Deutschland 5:0 Schweiz
Deutschland 0:0 Argentinien
Deutschland 2:1 Spanien
1/4 Finale    
Deutschland 4:0 Uruguay
1/2 Finale    
Deutschland 2:1 Sowjetunion
Finale    
Englang 4:2 Deutschland
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