Weltmeister: Brasilien

WM 1962 in Chile

©AFP PHOTO

Turnusmäßig wurde die WM 1962 auf dem (süd-) amerikanischen Kontinent ausgetragen. 

Die schlechten Zuschauerzahlen beim Turnier bestätigten die Kritiker, die das deutlich größere Argentinien lieber als Austragungsort gesehen hätten.

Die 16 Teilnehmer traten wie in den Vorjahren in vier Vorgruppen mit je vier Mannschaften an. Die beiden ersten jeder Gruppe qualifizierten sich für das Viertelfinale. Erstmalig war bei Punktgleichheit auf dem zweiten und dritten Platz kein Entscheidungsspiel mehr vorgesehen, sondern ein Entscheid über die Tordifferenz. Ab dem Viertelfinale wurde das Turnier wieder im K.-o.-System ausgetragen.

Überraschend hatten sich weder der Vorjahresfinalist Schweden, noch der WM Dritte Frankreich für das Turnier qualifizieren können. Die deutsche Mannschaft trat letztmalig unter ihrem Cheftrainer Sepp Herberger an, konnte sich als Gruppensieger für das Viertelfinale qualifizieren, traf dort zum dritten Mal nach 1950 und 1954 auf Jugoslawien und schied dort durch ein Gegentor kurz vor Schluss unglücklich aus dem Turnier aus.

Der junge Pele, längst zum Superstar gereift, verletzte sich im zweiten Vorrundenspiel der Brasilianer und schied mit einem Muskelfaserriss aus dem Turnier aus. Die starke Mannschaft Brasiliens hatte jedoch auch ohne Pele keine Probleme sich für das Viertelfinale zu qualifizieren. Dort besiegten Sie zunächst England und zogen dann über ein 4:2 über den Gastgeber Chile ins Finale ein. Dort besiegten sie die Tschechoslowakei mit klar mit 3:1 und konnten so ihren Titel verteidigen.

Die Fußball WM in Chile ging als die unfairste und sportlich unattraktivste in die Geschichte des Fußballs ein. Die stark defensiv ausgerichteten Spielsysteme der Mannschaften, die sich am italienischen „Catenaccio“ (Riegel) orientierten, egalisierten sich gegenseitig, so dass kaum Torchancen entstanden und wenige Tore fielen. Tatsächlich bildet die WM in Chile bis heute den Minusrekord an Toren (2,78 pro Spiel). Leere Zuschauerränge und der brutale, unattraktive Defensivfußball führten den Fußball in eine ernst Krise, die so weit ging, dass im Nachgang zur WM in Chile über die Abschaffung der Fußball Weltmeisterschaften nachgedacht wurde.

Als negativer Höhepunkt der Fußballgeschichte gilt bis heute das Skandalspiel zwischen Chile und Italien in der Vorrunde der WM 1962. Im Verlauf des Spiels kam es zu offenen Schlägereien auf dem Spielfeld, es wurde gespuckt und mehrfach wurde auf am Boden liegende Spieler eingetreten. Als der italienische Spieler Ferrini wegen groben Foulspiels bereits in der 8. Minute die Rote Karte erhielt, weigerte er sich den Platz zu verlassen und konnte erst nach acht Minuten von der chilenischen Polizei vom Feld geführt werden. Noch zwei weitere male musste die Polizei einschreiten, um streitende und prügelnde Spieler zu trennen.

Der Weg von Deutschland

Gruppe 2    
Deutschland 0:0 Italien
Deutschland 2:1 Schweiz
Deutschland 2:0 Chile
1/4 Finale    
Jugoslawien 1:0 Deutschland
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren:

WM Geschichte | Alle Weltmeister von 1930 bis 2014

WM 1958 in Schweden | Weltmeister BRASILIEN

WM 1954 in Schweiz | Weltmeister DEUTSCHLAND